Frauenpower aus Guatemala – der fairtrade Kaffee «Mujeres»
Schon seit über 5 Jahren rösten und verkaufen wir den fairtrade Kaffee «Mujeres» aus Guatemala, Lampocoy bei uns in der Kaffeerösterei Knubel AG in Gunzwil. Kleinprojekte wie diese zu unterstützen, hat für unser Familienunternehmen einen grossen Stellenwert. Nun war es aber an der Zeit, das Projekt vor Ort zu besuchen. Jedes Jahr organisiert der Projektleiter Dethlev Cordts für Interessierte eine Kaffeereise um das fairtrade Projekt hautnah mitzuerleben.
Ende Januar 2026 beginnt für uns das Abenteuer mit einer 16 stündigen Reise nach Guatemala City. Dort angekommen werden wir zusammen mit 7 anderen Teilnehmern (hauptsächlich Röster aus Deutschland) von Dethlev empfangen. Die darauf folgende Woche ist vollgepackt mit Besuchen von Kaffeefarmen, Trockenplätzen, Aufarbeitungsanlagen und natürlich geprägt von Begegnungen mit netten Menschen.
Unterwegs werden die extremen Unterschiede zwischen Arm und Reich in dem bevölkerungsreichsten Land Mittelamerikas sichtbar. In Guatemala lebt rund 60 % der Bevölkerung unter der nationalen Armutsgrenze. Viele Familien leben in Blechhütten, sind Selbstversorger und verdienen ihr Lebensunterhalt mit Kaffeekirschen pflücken. Die Landwirtschaft erwirtschaftet nur 13 % des Bruttoinlandsprodukts, obwohl 31 % der Bevölkerung in diesem Bereich arbeiten. Für den Export ins Ausland wird hauptsächlich Kaffee angebaut. Dazu kommen Bananen (Chiquita), Zuckerrohr und Kardamom. Die Kaffeebauern im Projekt von Lampocoy erhalten den gerechten Preis für ihre Ernte. Dafür wird ein Qualitativ hochwertiger Spezialitätenkaffee produziert, wobei nur die reifen roten Kirschen gepflückt werden (sogenanntes «finger picking»). Ein hartes Unterfangen für die Menschen auf den Kaffeeplantagen. Ein knochenharter Job den die KaffeebauerInnen während der Erntezeit gemeinsam verrichten. Drei bis vier 75 kg schwere Säcke pro Tag über vier Monate sind an der Tagesordnung, denn die müssen den Lebensunterhalt für ein Jahr sichern.
Gegenpol des Projektes sind die «Coyotes», wie man sie in Guatemala nennt. Diese fahren mit ihren Pickups auf die Plantagen und kaufen den Bauern die gestrippte Ware von schlechter Qualität ab. Dies sind rote, gelbe und grüne Bohnen die komplett und ohne zu Selektionieren vom Ast abgestreift werden.
Projektleiter Dethlev betont deshalb die Wichtigkeit des Projektes Lampocoy im Hinblick auf den Bau von Schulen, damit die Kinder und Jugendlichen in den jeweiligen Einzugsgebieten Bildung erfahren können. So konnte auch in seinem Projekt mit zusätzlichen Spenden 3 Schulen in der Region von Lampocoy errichtet werden, darunter auch eine Schule für Kinder mit Behinderung. Um dahin zu gelangen, führte uns der Weg über Erdbebengebiete, Urwald vorbei an Vulkanen und entlang kaum sichtbarer Wege. Die Reise führte uns dann zur Finca Mujeres von Katalena, wo unser Kaffee herkommt. Sie ist alleinerziehend Mutter von 5 Kindern und beschäftigt auf über 1500 Meter über Meer vorwiegend Frauen auf ihrer Farm.
Diese Menschen in ihrer Heimat zu besuchen war ein bewegtes Erlebnis. Wir haben viel gesehen und erlebt sowie wunderbare Menschen kennengelernt. Auch unsere Wertschätzung für Kaffee hat sich einmal mehr gesteigert. Vier Monate lang sind viele Stationen vom Pflücken, Qualitätskontrolle bis zur Verschiffung notwendig, damit die Kaffeekirschen schliesslich von Guatemala mit dem Schiff in den Hamburger Hafen gelangen. Daher nennen die KaffeebauerInnen den Kaffee auch das Gold von Guatemala.
Wie wäre es mit einer Tasse Kaffee Mujeres zum Muttertag? Die Frauen von Lampocoy würden sich freuen.







